Antica Torre - Familiäre Sphynxzucht

 


Zwei wichtige Themen die man vertiefen sollte…..

 A)    Die Hypertrophe Kardiomyopathie (HCM)

1)    Einführung

 

In den letzten Jahren wurde eine Krankheit immer augenfälliger, die in jedem Alter auftreten kann und früher oder später zum Tod führen kann: Die Hypertrophe Kardiomyopathie (HCM) Dank der guten Zusammenarbeit der züchter, konnte eine Studie nachweisen, dass etwa 10 % der Sphynxkatzen betroffen sind, vorallem die Männchen die zur Fortpflanzung dienten. Ausserdem hat man erfahren, dass es sich um einen genetischen Fehler handelt und auf Nachkommen übertragen werden kann. Nicht alle Katzen mit Hypertrophen Kardiomyopathien müssen klinische Symptome entwickeln. Es gibt Tiere können ein Leben lang asymptomatisch bleibenEs ist eine grosse Herausforderung, für die Zukunft einen Test zu entwickeln um eine genaue Diagnose zu stellen.

  2) Verlauf der Krankheit

  Die HCM stellt einen diastolischen Herzfehler dar. Das heißt, dass das Herz sich schlechter mit Blut füllen kann. Die systolische Funktion hingegen ist weniger eingeschränkt. Aufgrund der Verdickung des Myokards (Herzmuskel) wird das Lumen des linken Ventrikels kleiner, was zu einer verminderten Füllungskapazität führt. Dadurch sinkt letztendlich das Herzauswurfvolumen und somit auch der Blutdruck. Im weiteren Verlauf der Erkrankung kommt es dann zu einem Anstieg der Herzfrequenz. Durch die hohe Herzfrequenz verschiebt sich das Verhältnis von Dauer der Systole zu Dauer der Diastole in Richtung der Systole. Das bedeutet, dass die Diastole kürzer wird und die Systole im Verhältnis länger andauert. Somit kann sich der Herzmuskel nun noch schlechter füllen.



3) Die Symtpome

Mögliche Symptome einer Herzerkrankung sind beschleunigte Atmung, Husten, Gleichgewichtsstörungen bis hin zu Ohnmachtsanfällen.

Die Erkrankung ist für den Besitzer im Anfangstadium, wenn überhaupt, nur sehr schwierig zu erkennen. Katzen zeigen im Gegensatz zu Hunden selten typische Anzeichen einer Herzerkrankung, wie Husten oder Leistungsschwäche.

In fortgeschrittenen Stadien kommt es oft zu Atemnot, welche sich häufig durch Hecheln zeigt. Dies kann ein Warnsignal sein, welches immer durch einen Tierarzt abgeklärt werden sollte. Die Auskultation durch den Tierarzt ergibt meistens ein Herzgeräusch, Tachykardie (schneller Puls) und Herzrytmusstörungen.

4) Therapie und Prognose

  Leider kann man die Erkrankung nicht heilen, sondern die Lebensqualität der Katze erhalten. Ohne Therapie wird der zumeist schnelle Tod eintreten. Mit einer guten medikamentösen Therapie kann die Katze jedoch noch viele Jahre leben. Zur medikamentösen Therapie gehören gefässerweiternde Medikamente, Diuretika (harntreibend), kardiotonische (herzkräftigend) und wenn nötig Tabletten gegen Arrythmien (unregelmässiger Herzschlag) und blutverdünnende Medikamente.

5) Diagnose

Eine frühe Diagnose ist sehr wichtig für jede Krankheit. Je früher man mit einer Therapie beginnt, umso besser ist der Verlauf der Krankheit oder zumindest verhindert man eine schnelle Verschlechterung. Im Falle der Hypertrophen Kardiomyopathie ist eine frühe Diagnose wichtig, da sie vererbbar ist und man Zuchttiere nicht für die Fortpflanzung einsetzt. Ein Tierarztbesuch kann eine mögliche Erkrankung ausschliessen, doch ein Herzgeräusch muss nicht unbedingt eine Diagnose sein. Nicht alle Katzen mit Hypertrophen Kardiomyopathien müssen jedoch klinische Symptome zeigen. Momentan gilt die Echokardiographie als zuverlässigste Methode zur Diagnose. Dabei handelt es sich um ein Ultraschall wobei  die Anatomie und Funktion des Herzens von aussen durch Ultraschall dargestellt wird. Insbesondere kann geprüft werden, ob Herzklappen undicht oder verengt sind, ob die Herzhöhlen normal gross, der Herzmuskel in seiner Dicke normal ausgebildet ist.

Es wird empfohlen eine Echokardiographie regelmässig durchzuführen, vorallem bei Zuchttieren. Darum ist es wichtig  für die Zukunft einen Test zu entwickeln um eine genaue Diagnose zu stellen. Wie zum Beispiel bei den Persianerkatzen wurde ein Test für die polyzystische Nierenerkrankung entwickelt und somit die Krankheit der Rasse vermindert.

B) DIE FRÜHZEITIGE STERILISIERUNG

Wir danken dem Tierarzt Doktor Mauro Cavalli für diesen Artikel.

1. Oft hört man von frühzeitiger Sterilisierung, was bedeutet das?

Es handelt sich um eine frühzeitige Sterilisierung im Alter von 2 bis 4 Monaten.

2. Es ist ein vieldiskutiertes Thema und die Meinungen sind sehr verschieden, doch wollen wire in bisschen Licht ins Dunkel bringen.

Welches sind die Vor – und Nachteile einer frühzeitigen Sterilisation?

Normalerweise entscheidet man zur Sterilisation im Alter von 6 Monaten. Die katze ist schwerer, kann den psychischen und physischen Stress besser tollerieren und der Tierarzt kann ruhiger arbeiten, da das Tier sicherlich auch stabiler während der Narkose ist. Literarisch findet man wenig material zum Thema

Einige Beispiele:

- Wildkatzen oder Findeltiere werden bei mir schon mit 2 Monaten operiert und wieder freigelassen, als Alternative zur Euthanasie.

- Auch werden gezüchtete Kätzchen die verkauft werden und nicht für die Fortpflanzung geeignet sind, frühzeitig sterilisiert

Ich habe etwa 50 frühzeitige Sterislierungen gemacht und NIE Probleme gehabt, die katzen haben sich immer sehr schnell erholt und ohne Schmerzen. Bei zwei Fällen traten Zysten auf, die aber mit einer geeigneten Therapie wieder verschwanden.

Die Männchen und wie auch die Weibchen wachsen nach der Behandlung in die Länge, wie auch bei einer “normalen” Sterilisierung.
Diese Behandlung vermindert auch das  Risiko Zitzentumoren zu bekommen,

3. Braucht eine  Sphynxkatze eine spezielle Behandlung während der Sterilisation, da sie ohne Fell ist?

Das einzige Risiko liegt bei der Narkose, da die Körpertemperatur gesenkt wird. Statt der alternativen Narkose (Acepromazin  und Ketamin ) wende ich die Anesthesie für Risikofälle an: kleine Dosis Ketamnin und Acepromazin und zusätzlich eine Gasnarkose um den gewünschten schmerzverringenden Effekt zu erlangen. Danach wir die katze in eine gewärmte Bx gelegt.

Bemerkungen:

Ich möchte dazu anmerken, dass in anderen Ländern wie die USA solche Eingriffe routinemässig durchgeführt werden. Nicht nur bei katzen sondern auch bei Hunden und Frettchen. Ich hatte erst kürzlich einen Wurf von  zweimonatigen Frettchen, importiert aus Neuseeland, bei mir in der Praxis. Alle waren bereits schon sterilisiert ohne Konsequenzen.